TextSilo

Hier ist eine kleine Auswahl von Texten die ich in der Vergangenheit geschrieben habe.

Die Phantasie eines Menschen hat viele Facetten. Dazu gehört sicherlich auch das Schreiben von Geschichten mit verschiedenen Inhalten. Hier findet ihr eine kleine Sammlung von Texten und Weisheiten aus meiner Feder.

Ich wünsche allen Besuchern viel Spass mit den Inhalten.

stiftwerk

Ein Tribut an unseren Planeten

Rüstet euch für die letzte Schlacht, denn unsere Erde ist aufgewacht, hat laut über die Menschheit gelacht, Milliarden von Jahren ihr Erbe bewacht. Endlos misshandelt und ausgebeutet, wissen wir sehr wohl, was das bedeutet, niemand es bestreiten, unser Schicksal anders herum zu leiten. Wir wussten alle Bescheid, die Menschheit bringt über diesen Planeten großes Leid.
Wir wollten ihr König sein, stolpern nun über unser eigenes Bein. Solch eine Pracht, wie sie unsere Erde hervorgebracht, nicht zu erfassen, farbenfroh und gelassen, unzählige Arten, im sanften Einklang ohne Zerstörungsdrang. Dann kam die Schöpfung Mensch dazwischen, mit der Eigenschaft den Glanz wegzuwischen, die Liebe zu verwandeln, gegen unsere Zukunft zu handeln.

Die Katastrophen haben begonnen, unsere Mutter ist uns nicht mehr wohl gesonnen. Sie holt noch mal tief Luft, eine unheimliche Stille, dann bricht sie des Menschen Wille. Wir haben kläglich versagt, die Mutter uns das Leben untersagt, doch traurig bin ich schon, war ich einst ihr Sohn. Sie wird einer neuen Spezies das Leben geben, auf das diese anders waltet, die Liebe zur Mutter bunter gestalten.

 

 

Die Unendlichkeit

Möchtest du nicht noch einmal wahre Liebe spüren in einem Universum voller Überraschungen. Einen Zeitpunkt in Milliarden von Jahren dazu beitragen, dass es einen Moment der Stille gibt, in dem sich um dich herum alles bewegt, nur du nicht.

Ein Moment der Liebe, die der Zeit entgegen tritt und so unvergessen im Raum existiert. Galaxien in diesem Moment sterben oder neu entstehen, die Sonne unabhängig davon weiter brennt und trotz dieser Gewalten deine Gefühle unabhängig davon einem anderen Menschen die Sehnsucht auf eine nicht messbare Größe reduziert. Wenn die Ewigkeit unser Schicksal ist, dann geben diese Momente uns Hoffnung auf einen Stillstand im unendlichen Rad der Zeit, welches sich unaufhaltsam gegen unseren Verfall dreht.

Die Berührung einfrieren und gleichzeitig so schnell wie das Licht empfinden, dass gleicht einem Paradoxon, in dem zwei Menschen die sich lieben, wieder einmal von der Unendlichkeit gekostet haben. Diesem Moment kann auch die Zeit nicht entgegen treten oder in aus ihrem Gedächtnis löschen, sondern sie muss sich beugen und auf ewig dieses Ereignis mit sich in die Unendlichkeit tragen. Wenn Du wahre Liebe spürst, sei dir gewiss, dieser Moment wird durch die Zeiten getragen und hält dabei immer wieder in deinem Herzen.

 

 

Ein besonderer Schatz

Bei dem Gedanken an einen Schatz breitet sich in deinem Innersten so etwas wie Magie aus. Einen Schatz zu besitzen, ist nicht erstrebenswert, ihn zu finden bedeutet unglaubliches Glück. Du musst ihn pflegen und immer wieder ansehen, um seinen Wert zu erkennen.

Wenn du den Schatz berührst breitet sich ein besonderes Gefühl in deinem Innersten aus. Dieses Gefühl ist kostbarer als alles was du davor empfunden hast. Fange nie an deinen Schatz zu besitzen, sonst wird er seinen Glanz verlieren und das besondere Gefühl in dir verkürzen. Fürchte nicht deinen Schatz zu verlieren, sonst sperrst du ihn ein und er ist für immer verloren. Es hat sich gelohnt die Strapazen der Sehnsucht durchzustehen, den auch dein Schatz hat sie gespürt, findet immer den Weg zu dir und wird ein Leben lang den Glanz in deinen Augen spiegeln.

Erinnere dich, an den Tag, die Farben, jedes Geräusch, die Umgebung und das Gefühl in dir, als du ihn das erste Mal berührt hast, den dadurch hat er einen grenzenlosen Wert, der in deinem Innern zur Geltung kommt, also halt ihn fest, damit auch dein Wert grenzenlos wird.

 

 

Symbol für den Frieden

Wir stehen am Rand, zwei Blumen Hand in Hand. Unscheinbar und klein, Farben leuchtend und fein. Um uns herum weites Land, in Symbiose wie Meer und Sand. Insekten sich freuen, unsere Samen des Glücks auf der Welt verstreuen.

Menschen uns sehen, unseren Standpunkt verstehen. Der Duft von uns so weit verteilt, er die Stimmung der Herzen heilt. Unser Glück der Worte fremd, unsere Liebe nie gehemmt. Wurzeln mit dem Erdreich vereint, die Sonne für uns ein Leben lang scheint.

Friede auf der Welt, durch das Symbol der Blume aufgehellt. Hass und Neid erlischt, wie der Asphalt der durch unsere Kraft bricht. Bringen wir Farbe in das Leben, uns mit allem Glück erheben. Zum Himmel empor, wie das göttliche Sprachrohr, so soll es sein, Hand in Hand am Rand leuchtend und fein.

wahn

Nachts auf der Terrasse

Eines Abends sitze ich auf der Terrasse meiner Mietwohnung, genieße die Stille, trinke ein oder zwei Gläser Rotwein, rauche eine Zigarette und es klingt spacie, aber in diese Moment sind die verrücktesten Gedanken an den Wänden meiner Gehirnrinde bis in die Tiefen meines absurden Bewusstseins durchgedrungen. Wenn du für eine verrückte Geschichte offen bist, dann tauche ein, in die Tiefen meiner Gedanken, ohne Regeln und gnadenlos sarkastisch.

Der Drang nach vorne

Es beginnt bevor du geboren wirst, eine dunkle lange Höhle, in der sich eine irre Hitze breit macht, liegt vor dir. Du robbst dich Millimeter für Millimeter nach vorne, das Ziel in greifbarer Nähe, ein rundes glänzendes Ei. Es sieht friedlich in der Dunkelheit aus, wartet nur darauf wie du dich durch die Außenhülle fräst und in das Innere eindringst, um dich mit dem Leben zu infizieren. Aber bis es so weit ist, bedarf es noch einige Mitstreiter zu beseitigen. Vielleicht hat es in diesem Moment begonnen, der unaufhaltsame Trieb den menschlichen Egoismus im späteren Leben auszuprägen. Wie gesagt, es ist feucht, tropisch heiß und es gibt noch einiges zu organisieren. Wie kann ich Nummer 10 dazu bewegen abzukacken, aufzugeben und an den feuchten Wänden der Höhle kleben zu bleiben. Keine leichte Aufgabe, aber machbar. Kurz darauf hat sich die Angelegenheit von selbst erledigt.

Nummer zehn, neun, acht, sieben und sechs haben sich in drei Millimeter Entfernung gegenseitig pulverisiert. Bin jetzt auf Platz fünf und schwimme im Fluss der Gefühle gleite auf der Welle der Geilheit in Richtung Ziel. Schwinge dezent an Nummer 4 vorbei und klatsche ihn mit meiner Flosse an die Höhlenwand. Die Temperatur wird langsam unerträglich. Dann lege ich noch einen Zahn zu, reiße mein Maul auf und fresse mich durch Nummer 3 mitten hindurch.

Jetzt gibt es nur noch einen Mitstreiter. Das Ei funkelt in der Dunkelheit wie ein Diamant von unschätzbarem Wert. Doch auch der Andere strebt die Kostbarkeit des Lebens an. Getrieben vom Evolutionsparameter gleiten wir nebeneinander auf das Ei zu. Es ist in greifbarer Nähe, welch ein Anblick, abgesehen von der Angst zu versagen und elend in diesem heißen tropischen Tunnel zu verrecken. Nur noch einen Schuss weit entfernt prallt mein Mitstreiter und ich auf die äußere Hülle vom Ei. Es fühlt sich wie ein Flummi an, denn wir fliegen wieder einige Millimeter zurück. Ich versuche mit der Schwanzflosse einigermaßen die Linie zu halten und mein Gegenüber gnadenlos zu eliminieren. Dann der nächste Versuch, ich liege einen Millimeter vorne und beiße mich fest, schlage mit ungeheurer Wucht auf meinen Mitstreiter ein, dringe in das Innere des Ei´s ein. Im Augenwinkel sehe ich noch wie mein Mitstreiter elendig an der Außenhülle verkümmert. Jetzt kann der Spaß beginnen.

Schwimmübungen vom Feinsten

Bin jetzt kaum größer als eine Made und durch so etwas wie eine Schnur mit meinem Zentralgehirn verbunden. Fühle mich wie ein Fisch im weiten Meer ohne anderes Getier. Das ganze Szenario erinnert mich später an Robinson Crusoe, komisch nur, das Freitag in der Geschichte nicht vorkommt. Ich kann heute von Glück sagen, dass mein Zentralgehirn von Anfang an richtig funktioniert hat, es soll doch Fälle geben, wo die Denkzentrale für schwimmende unterstützungsbedürftige Kleinzeller auch anders fungiert. Irgendwie wachsen mir ständig neue Sachen aus dem Balg, mit denen ich versuche die Meeresstimmung aufzuheitern. Sieht aus meiner Perspektive sehr eigenartig aus, was ich da so treibe. Denke so manches Mal zurück, als ich mich mit den anderen durch die dunkle Höhle robben musste.

Wir haben uns zwar alle gegenseitig platt gemacht, aber dafür war ich verdammt noch mal nicht so allein. Oh, da tut sich etwas, der Wasserdruck wird mal mehr und mal weniger und mein Zentralgehirn gibt komische Laute von sich. Scheiße, da kommt irgendetwas näher, sieht aus wie ein Wurmartiges Getier. Das ganze kommt mir sehr suspekt vor, der Wurm ist mal da, mal weg, mal da, mal weg, bis er irgendwann in der Dunkelheit verschwindet.

Was ich leider nicht sehen kann, eine Horde wild gewordener kleiner weißer Qualquappen robbt sich in der Höhle langsam vor, leider ohne Erfolg, da die Kabine schon besetzt ist. Jetzt bin ich wieder allein und treibe in dem endlosen Meer hin und her. Dafür schüttet mein Zentralgehirn irgendwelche Stoffe an mich aus, werde in eine Art Minirausch versetzt. Das ganze Szenario zieht sich verdammt lange hin, mal allein, mal mit Wurm, dann Schüttelshake, sowie Junkie vom Feinsten und zu guter letzt auch noch Hörprobe. Irgendwann nehme ich von draußen Geräusche auf, klingt für mich wie ne Mischung aus Tausend und einer Nacht und gequälte Wortverdreherei. Es vergeht noch mehr Zeit. Mir wachsen noch mehr Sachen aus und im Balg. Fange langsam an die Sachen zu benutzen und stelle dabei fest, wie schnell ich an meine Grenzen stoße. Also, entweder haut das Wasser ab, oder das Meer ist gar nicht so groß wie ich dachte. Hab jetzt in der Frischebox kaum noch Platz. Winde mich von rechts nach links und beteuere meine Unschuld. Würde in diesem Zustand bis auf das kochende Wasser mit jedem Meica Würstchen tauschen.

Jetzt verstehe ich auch, warum sich die Kleinkinder nach der Geburt so an die Mutter klemmen. Nach neun Monaten auf dem offenen Meer, würde ich mich an alles klemmen. es vergehen noch schwierige Situationen, Horizontaldrehung, Vertikaldrehung, Rauschzustand, Platzangst und Turnübungen von allerfeinster Qualität. Irgendwann höre ich lautes Gebrüll von meiner Zentraleinheit und merke wie das Wasser abhaut, als hätte jemand eine Schleuse klargemacht, blöd ist nur, ich lieg jetzt auf dem Trockenen. Shit, ein Fisch ohne Wasser ist wie ne Currywurst ohne Soße, was mach ich jetzt. Keine Chance, ich muss wieder in die dunkle Höhle, durch die ich einst gekommen bin. Der Unterschied ist nur, dass ich jetzt nach meiner Einschätzung hunderttausendmall größer bin, an der Höhlenwand vorbei schredder und einige Male deformiert werde. So lernt man also sich im späteren Leben durchzukriechen. Ohne mich, bleib erst mal wo ich bin.

Stecke kurz vor dem Höhlenausgang fest. Unglaublich aber da kommt irgend so eine Halbschale und saugt sich an meiner Birne fest.Zentimeter für Zentimeter werde ich länger gezogen, bis ich irgendwann im Stotterrhythmus die Höhle verlassen muss. Bin jetzt ziemlich weich gekloppt und friere wie ein Pinguin in der Antarktis. So habe ich mir das Leben nicht vorgestellt, konnte aber zu dem Zeitpunkt nicht ahnen, dass die Scheiße gerade erst losgeht. Dann sprach eine Stimme zu mir „Du bist 3600 Gramm schwer, 57 cm lang (dank der Saugglocke) und kerngesund (bis auf die Schädigung der neun Monate allein auf dem Meer). Für mich hörte sich der Typ an wie James Bond und Monnipenny in einer Person.

 

 

Zufall oder Absicht

Es ist fünfzehn Uhr Nachmittag als „Zufall“ das Cafe in der Nähe der Altstadt betritt. Zum 25 Jährigem Jubiläum gibt es Kaffee und Kuchen zum Nulltarif, dass kann er sich einfach nicht entgehen lassen. Das Cafe ist brechend voll und die Suche nach einem geeigneten Stuhl gestaltet sich sehr schwer. Einige Sekunden vergehen und Zufall blickt in die Runde, als seine Augen sich auf einen Punkt in der Ecke in der ein alter Ofen als Dekoration dient hängen bleibt. Dort sitzt sein langjähriger Freund Absicht und plaudert fleißig mit wildfremden Menschen daher und fuchtelt wild mit den Armen skurille Gesten in die Luft.

Es dauert nicht lange und Zufall hat sich durch die Menge bis an den Stuhl seines Freundes durchgeboxt. Er klopft Absicht auf die Schulter, der daraufhin ohne umschweife den Hals in seine Richtung verdreht. Was für´n Zufall, dass du heute hier bist alter Freund. Es war Absicht, erwidert sein gegenüber. Ich wusste Du würdest dir das Angebot nie entgehen lassen, so zu sagen Last Minute.

Komm setz dich Zufall, lass uns etwas plaudern und gemeinsam bei Kaffee und Kuchen ein paar Euros sparen. Hast Du schon die neusten Klamotten in der Tagesschau gesehen.

Mmh, erzähl mal

 

 

Prollitik

Eigentlich müssten im Bundestag anstatt der Bänke und Stühle reihenweise Bananenhocker stehen die einem Politiker beim hinsetzen im Arsch stecken bleiben und dadurch Sodbrennen verursachen. Es ist schon ein hartes Thema mit dem ich mich hier beschäftige und für mich und den Bürgerdummy definieren möchte. Nebenbei gebe ich zu, dass ich in Politik nur ein begrenztes Wissen vorweisen und auch nachvollziehen kann. Der Politikdschungel ist nicht mit einer Machete zu durchdringen, sondern benötigt schweres Gerät zur Beseitigung von Missverständnissen.

Fangen wir mal mit einer einfachen Überlegung an. Politiker bekommen Diäten. Der normale Bürgerdummy suggeriert mit dem Wort „Diät“ aber abspecken, dünner werden, weniger essen oder Modells. Eigentlich müssten Diäten meiner Meinung nach Fastfood heißen, den mit einer Diät können wir keinesfalls das Gehalt eines Politikers verwechseln. Wer weiß, warum dieses Wort im Kontext mit der Realität steht. Ohne ein Studium in Politikwissenschaften und einer 5 Jährigen Anzugzüchter Ausbildung ist einem Bürgerdummy die Rhetorik eines Politikers wegen des mangelnden Verständnisses irgendwie undurchsichtig wie die Klobrille nach einem guten Schiss. Eins ist jedoch sicher, Politiker sollten eine Vorbildfunktion für uns und unsere jüngeren Nachkommen sein. Wenn wir Bürgerdummys mal eine Politiksendung im Fernsehen sehen, dann sehen wir rumstreunende, nichts sagende und intolerante Anzugzüchter, die weder zu ihrem Wort stehen, noch das was sie sagen auch halten können. Wenn wir unsere Kinder nach solchen Vorbildern erziehen, dann ist eine Anarchie im Lande vorausgesagt, nämlich von mir.

Ich möchte wetten, nach einem Lügendetektor Test würden 99,9 Prozent der Politiker noch mehr Bananen im Arsch haben und dadurch zum größten Bananenimporteur der Bundesrepublik werden. Sozial wird unser Land durch die Anzugzüchter geschwächt und auf ein abschreckendes Niveau reduziert. Auf der Strecke bleiben die Bürgerdummys, denen durch die Gelder, die wir an andere Länder verplempern und so zum Beispiel: Das soziale Umfeld von Kindern, mehr Chancen auf einen soliden Arbeitsmarkt und einen Wettbewerb im globalen Umfeld erreichen können.

Doch auch wir Bürgerdummys sind nicht ganz unschuldig an der Situation, den wir haben Jahrzehnte immer nur zwischen zwei Parteien gewählt. Wir können auch weiterhin die Beine vor dem Fernseher hochlegen und darauf warten, dass der Anzugzüchter uns einen Liegestuhl und eine Pulle Bier spendet um anschließend seinen Soll einzufordern, oder eine vernünftige Strategie zur Befreiung von unseren Peinigern zu erzielen. Seid ihr die Lügencocktails  im  Abendprogramm nicht langsam mal satt, oder die nicht abreißende Endlosschleife voller Ausreden vor den nächsten Wahlen. Es liegt an uns, den Lauf der Politik zu verändern und Freidenkern die Möglichkeit  auf ein gesichertes Deutschland zu übergeben.

imaginär

DOMIZIL

Donnerstag um halb sieben klingelt der Wecker, ich spüre, wie die Matratze sich auf und ab bewegt. Meine Gottesanbeterin springt auf, schaltet das Licht ein und will mich in ihren Strudel des Morgenstresses mitreißen. Laute Rufe penetrieren meine Gehörgänge, ohne den gewünschten Erfolg. Ich habe mich entschlossen, die ärztliche Schweigepflicht für heute in Anspruch zu nehmen. Meine Augen sind auf halb sieben und ich kann irgendwie an nichts Gutes denken. Wenn meine Gottesanbeterin weiter so einen Lärm verbreitet, denke ich noch und Schlummer langsam wieder ein, ohne zu Ende zu denken. Sie schrillt noch einige Kommentare über meine Verhaltensweisen, die spurlos meine Wahrnehmung passieren, dann fällt die Tür ins Schloss.

Endlich gehört mir das ganze Bett, aber noch lange nicht der Tag. Es braucht noch eine Stunde bis ich mein Bewusstsein für die Außenwelt öffne. Langsam, zeitlupengleich, bewege ich mich Richtung Blasenentleerung. Der Sonnenstrahl, der durch die kleine Ritze der Jalousie fällt, reicht meinen spaltweit geöffneten Augen aus. Ich kratze mich, sanft, gedankenverloren, spüre die Erleichterung des nachlassenden Drucks meiner Blase, der mir den Zugang zu einigen Prozenten meiner Denkfähigkeit freigibt.

Ein erster konstruktiver Gedanke wird möglich und geht in Richtung Kaffeekochen. Vorher ziehe an den letzten Blättern der Klopapierrolle, die sich daraufhin dem Schwung hingibt und ganz abrollt. Scheiße, kein Bock auf wieder Aufwickeln. Ich wasche mir die Hände, das Wasser spritzt an den Spiegel und ich greife Richtung Wischlappen, den mir die Gottesanbeterin mit einem vielsagenden Blick hingelegt hat. Okay, einmal über den Spiegel mit dem Ding. Hm, verschmierter als vorher.

Ich drücke meine Genervtheit beiseite und bewege mich Richtung Kaffeefilter. Das Kaffeemehl gibt einem unvermuteten Freiheitsdrang nach am Filterpapier vorbei der Schwerkraft folgend. Als geduldeter Gast einer Gottesanbeterin erscheint Regel Nummer 3765 und führt meine Hand Richtung Kehrbesen. Kotz. Ziehe meine alte Jeans an, die ich gestern an der Waschmaschine vorbei entführt hatte, und die entgegen meines Primärgehirns auch von alleine stehen würde. Mal ganz egal. Rein in die Hose, rein mit dem Kaffee und raus aus der Gastbehausung, in die mir für eine Weile Unterkunft gewährt wurde, bis ich meine eigene Wohnsituation geordnet habe.

Der Morgen macht mir die Dringlichkeit einer eigenen Bude noch deutlicher, als es ohnehin schon der Fall ist. Zu erleben ist halt intensiver als nur zu wissen. Bin jetzt soweit für den Termin des Tages, der Quell meiner Energie und Motivation, überhaupt unter der Decke hervorzukriechen. Glaube, Liebe, Hoffnung – angeblich ist die Liebe die größte Triebfeder. Mag sein, für mich ist es heute die Hoffnung auf meine eigene Bude. Okay, ich rasiere mich doch noch. Pickel kommen erst morgen, bis dahin muss der Mietvertrag meiner sein. Hoffentlich ist die Vermieterin eine, die erst in mein –frisch rasiertes- Gesicht und nicht auf meine Hose schaut.

Bin jetzt soweit für den Termin des Tages, der Quell meiner Energie und Motivation, überhaupt unter der Decke hervorzukriechen. Glaube, Liebe, Hoffnung? angeblich ist die Liebe die größte Triebfeder.

Mag sein, für mich ist es heute die Hoffnung auf meine eigene Bude. Okay, ich rasiere mich doch noch. Pickel kommen erst morgen, bis dahin muss der Mietvertrag meiner sein. Hoffentlich ist meine Vermieterin eine, die erst in mein frisch rasiertes- Gesicht und nicht auf meine Hose schaut. Also zumindest nicht mit der Absicht, meine Hose auf Sauberkeit zu prüfen, alles andere wäre ja noch okay. Komme an, schaue mich um, die letzten Tage machen die Bude noch attraktiver. Gerade zu sexy, stylisch, wie die Zweibeiner, die Euch in Euren kühnsten Träumen nicht erscheinen. Genommen! Beidseitig akzeptiert. So viel Adrenalin hat die letzte Nummer mit der Gottesanbeterin nicht freigesetzt.

Euphorie came to me! Fühle mich wie eine frisch erblühte Rose und beschließe dieselbe feierlich zu begießen. Hoch die Mokkatassen! Kurt macht ?nen Spurt um mir beim Feiern zur Seite zu stehen und das ist heute die zweite Aktivität, der ich mich gründlich, also gerade zu penibel, widme. Als ich in die Hölle meiner Gottes-Anbeterin zurückkkehre, strahle ich offensichtlich nicht nach Außen das aus, was ich innerlich empfinde. ?Besoffener Nichtstuer? ist noch das freundlichste, was ich zu hören bekomme.

Und bevor ich den Tag dort beende, wo ich ihn heute Morgen so langsam und widerwillig begonnen hatte, schüttele ich mir innerlich all meine 6 Kakerlakenhände. Denn mein Kopf ist noch auf meinen Schultern, und das ist im Zusammenleben mit einer Gottesanbeterin nicht gerade selbstverständlich!

 

 

Wohnungssuche

Vor ein paar Wochen habe ich mir eine Wohnung für meinen Kumpel Jay angesehen, bei der mir die Worte fehlten, sie in ihrer Qualität zu beschreiben, da ich keine Lust hatte, mich in die totalen Niederungen der Sprache zu begeben. Besagter Kumpel wollte sich zu der Zeit von seiner Emanze trennen. Da er nicht in der Lage war, den Besichtigungstermin einzuhalten, da seine zukünftige Altlast noch nichts von ihrer weiteren Bestimmung ahnte, war ich für ihn eingesprungen, klare Ehrensache. Der einzige Lichtblick bei der Besichtigung war der Arsch von der Nachbarin, der mir im Fenster gegenüber förmlich ins Gesicht sprang.

220Die Schweißperlen auf ihrem Arsch dienten mir noch lange danach als – ihr wisst schon – Männersache. Mir war klar, wenn ich meinem Kumpel, der leicht gekrümmt Schwanz gesteuert ist, das Foto unter die Nase halte, würde er dieses Wohnklo online anmieten. Vorgedacht war schnell gemacht. Im weiteren Verlauf seiner Aktivitäten hatte diese Aktion dann doch für mich einen Haken, da ich als Handwerker aus Nächstenliebe dieses Scheißhaus für meinen Kumpel sanieren durfte.

Gott schuf die gesamte Welt in 7 Tagen, ich dagegen mühte mich wie ein Schwein schwitzend ab, diese wenigen versifften Quadratmeter in einen Zustand zu bringen, der weitere Besuche allergiefrei möglich machen und meinem Kumpel ein Domizil bieten sollte, das die Trennung von seiner dominanten Zukunfts-Ex nichts als Austausch von Pest gegen Cholera erscheinen lassen würde.

Während einer Pause, in der mein Schweiß sich einen Kampf gegen die Glut meiner Fluppe lieferte, fiel mein Blick wieder Richtung Nachbarin Fenster… Und schlagartig wurde meine Festplatte, auf der gerade selbstverliebte Gedanken bezüglich meiner zwischenmenschlichen Qualitäten abliefen, ausgetauscht gegen vulgärste und niederste Emotionen, in denen sich Neid und Wut paarten mit neandertalerischsten Anwandlungen der Konkurrenzbehandlung.

Denn durch meine schweißverklebten Augen erblickte ich den haarigen Arsch meines Kumpels, der gerade die Nachbarin von hinten nahm.

 

 

Die NoGirl Story

Es ist Samstagnacht und ich fühle mich wie ein gestrandetes Würstchen in Currysoße. Die Auseinandersetzung zwischen meinem NoGirl und mir beginnt um 8:00 Uhr Abends. Wir wollen schönen Abend spielen, mit Kerzenschein, einem First Class Abendessen mit anschließender Annäherung an das andere Geschlecht. Was mein NoGirl bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt, ich möchte den Abend mit einem Special Film a la Jay ausklingen lassen.

Doch es lässt nicht lange auf sich warten und der Abend wird kantig und scharf, wie die Gewürze in einer Chilisuppe. So gegen 21:00 Uhr ist das Essen vom Tisch, die Kerze fast aus und zwei oder ich weiß nicht wie viele Gläser Wein verschwunden. Ich versuche das Thema Video in unser Gespräch einzubinden, doch dazu kommt es erst gar nicht, denn das Gesprächs-Niveau gleicht einer Strandpromenade am Baggerloch.
Als mein NoGirl dann anfängt mir Geschichten über ihre Freundinnen zu erzählen, läuft in meinem Unterbewusstsein ein Übersetzungsprogramm zur besseren Verständnisqualität an. no girlEs kommt noch härter. So gegen 22:00 Uhr schwappt das leidige Thema Familie über den Rand des Küchentisches und meine Aussichten auf einen geilen Film mit anschließendem Picknick im Bett werden verschwommen, regelrecht aufgelöst. Das Thema Familie zieht sich so bis 23:30 Uhr durch den Raum, undurchsichtig und schleichend wie eine dichte Nebelwand auf der Autobahn. Bis hier habe ich mir Mühe gegeben, das Video nicht zu erwähnen und die Stimmung im Saal aufrecht zu erhalten, jedoch ohne Erfolg. Kurz darauf spricht mein imaginärer Freund zu mir. << Rauch dir eine Zigarette bevor du komplett durchdrehst und dein NoGirl hemmungslos auf dem Küchentisch zum platzen bringst >>.

Den Rat befolge ich und zünde mir gleich eine an. Einige Zeit später fängt meine Ersatzmutter an mir Vorhaltungen über Aufräumarbeiten innerhalb des Krisengebietes zu machen und mein Gehirn schaltet schlagartig in den Verteidigungsmodus. In diesem Moment hat das Rollenspiel zwischen Mann und Frau begonnen. Um 00:30 Uhr hätte mir keine Viagra Pille mehr geholfen den Besen zu besteigen, aber den Videofilm, kann und will ich nicht aufgeben.

Die Stimmen im Raum werden lauter und sie erreichen ohne Probleme die Lautstärke eines Heavy Metall Konzerts. Gegenseitige Beschuldigungen gewinnen die Oberhand, gefolgt vom hysterischen Geschrei eines NoGirl`s bis kurz darauf mein Traum von einer friedlichen Eroberung wie eine Seifenblase auf dem Nagelbrett verblasst. Mein NoGirl, Besen, entfremdete Hälfte, außerirdische Kreatur verlässt lautstark den Raum und Intervallweise setzen verschieden Schimpfwörter wie eine Wortdrohne ein. Eine Weile sitze ich noch mit dicken Eiern und einem Kolbenfresser am Küchentisch und schleudere die Vergangenheit in Gedanken auf mein NoGirl.

Dann meldet sich mein imaginärer Freund ein zweites Mal. << Träume von einer Frau die dich glücklich macht und wenn nicht, lässt du ihr am Ventil die Luft raus und stellst sie in die Abstellkammer>>. Ich habe mir trotz der Unstimmigkeiten mit meiner NoGirl erlaubt einen Blick von 123 Minuten in das Video zu werfen und den Abend so gut es ging ausklingen zu lassen.

Keine Kohle

Keine Kohle!

Das Licht in der Wohnung ist aus und ich spüre wie du schlierenartig versuchst in meine Gedanken einzudringen. Du möchtest mir die Zukunft zeigen, doch ich wehre mich mit aller Macht dagegen, da es mir höllische Schmerzen bereitet. Der Blick in die Zukunft gleicht einer Reise zur Sonne. Desto näher ich an sie heran komme, umso mehr schließe ich meine Augen. Ich werde verbrennen und meine Asche fliegt durch den unendlich dunklen Raum. Meine Seele gleitet durchs All vorbei an Galaxien und schwarzen Löchern, bis zum ewigen Stillstand. Auf ihrer Reise dorthin treffe ich alte Bekannte und wir plaudern über vergangene Zeiten. Es ist verrückt, aber du versuchst Besitz von mir zu ergreifen, doch ich strecke meine Hand aus und greife nach dem Licht.

Meine Fingerspitzen sind wie elektrisiert und mir stockt der Atem. Meine Lunge füllt sich nur langsam mit Luft, die mir nicht gehört, zum Glück aber auch nicht dir. Bevor du mich in deine Welt reißen kannst, könntest du dich mir erst einmal anständig vorstellen. Deine Namen sagen und in meine Räumlichkeiten wie ein normaler Besucher eintreten. Aber nein, du nimmst dir jeden einzelnen Raum ohne nachzufragen. Du kommst im Dunkeln daher und schleichst wie ein alter Opa auf leisen Sohlen durch jedes einzelne Zimmer. Ich habe nicht die geringste Ahnung welche Art Vertreter oder Vogel du eigentlich bist.

Außerdem steht es dir nicht zu in meinen Gedanken zu wühlen. Immer wenn du das machst, fühle ich mich leer und anschließend flammt Hass in mir auf. Warum bringst du nicht mal Chips und ein Sixpack Bier mit, wir könnten uns schäbige Filme reinziehen und den ganzen Abend lachen. Wunschdenken, die Dunkelheit lacht nicht. Sie existiert an Orten, an denen ich mich nicht aufhalte. In abgestandenen Milchtüten und so mancher lüsternen öffnung. Weil ich das gedacht habe, drohst du mir ohne Vorwarnung das Licht auszuknipsen. Ich renne angewidert von deinem Gestank in den Nachbarraum mit der Kerzen Notbeleuchtung und greife nach einer Flasche Jägermeister. Nach ein paar kräftigen Schlucken aus der Pulle geht es mir besser und ich reiße die Dunkelheit in Fetzen.

In einer Ecke sammeln sich die Fetzen wieder und verwandeln sich langsam  zu einer grausigen Gestalt. Ich renne fluchtartig davon und schmeiße die Pulle in die Ecke mit den Fetzen, in der Hoffnung das die scheiß Dinger besoffen werden und nicht mehr zusammen finden. Ich bin jetzt in der Küche und spüre wieder deine miese Aura. Du warst schon vor mir da. Vor lauter Wut reiße ich an meinen Haaren und fange dabei laut an zu lachen. Der Wahnsinn überkommt mich. Du schleichst dich von hinten an mich ran und willst mich mit deinen Intrigen anstecken. Warum tust du das, frage ich mit lauter Stimme. Ich vergaß, aber die Dunkelheit antwortet nicht, stattdessen kriecht sie an dir hoch und saugt das letzte bisschen Licht aus dir raus. Das ist doch total pervers. Sie erzeugt ein menschliches Vakuum, ohne Emotion oder jegliches Gefühl. Selbst der Tod wäre keine Alternative, da er dir ab und zu den Arsch leckt und du ihm im Gegenzug Oralverkehr anbietest. Ich muss mich wohl mit dir abfinden, bis ich die Kohle für meine Stromrechnung zusammen hab.

wortlust

Der Schrei

Die Stimme unseres Herzens ist in der Größe und in seiner Gewaltigkeit die mächtigste Waffe unserer selbst. Nur einen winzigen Schrei hören wir ein Leben lang.

Natur

Die Natur zeigt uns Menschen die Liebe die wir Menschen in uns tragen. Nur selten pflanzen wir einen Baum.

Unendlichkeit

Wer die Unendlichkeit akzeptiert wird in sich den Frieden finden.

Hochmut

Versuch nicht nach den Sternen zu greifen, du kannst sie sowieso nicht halten.

Ebene

Die Ebene zwischen Himmel und Erde entspricht der Zuneigung.

Kinder

Kinder, sie erobern die Welt, ohne dabei den Mut zu verlieren.